Sonntag, 5. November 2017

Der Hirte

Inhalt
Die Tochter der einflussreichen Politikerin Kari Lise Wetre wird vermisst – ein Routinefall für Hauptkommissar Fredrik Beier. Doch kurz darauf wird Beier nach Solro beordert, einem alten Hof vor den Toren Oslos. Fünf Männer wurden auf dem Sitz der christlichen Sekte »Gottes Licht« grausam abgeschlachtet. Das Gelände des Hofs ist ausgestattet wie ein Hochsicherheitstrakt, und im Keller des Gebäudes stoßen die Ermittler auf ein Labor, das auf monströse Experimente hinweist. Von den restlichen Mitgliedern der Sekte fehlt jede Spur, unter ihnen die vermisste Annette Wetre ...

Rezension
Leider konnte mich dieses Buch nicht so wirklich überzeugen. Bis jetzt bin ich mir nicht ganz im Klaren darüber, ob es mir jetzt gut gefallen hat, nur ein bisschen gefallen hat oder ob ich gar nicht mochte. Eigentlich gab es mehr Dinge, die mich gestört haben als Dinge, die mir gut gefallen haben. 
Es hat mich die ganze Zeit über gereizt zu wissen wie es weitergeht und wie es endet. Trotzdem hat sich in mir kein großer Wille aufgebaut das Buch auch zeitnah zu beenden, da mich die ganze Handlung rund um Sekte und Terror nicht so wirklich packen konnte. Obwohl ich das Thema spannend finde, hat der Autor es nicht geschafft, das auch spannend zu verpacken. Dadurch steht für mich schonmal fest, dass ich von den Folgebänden wohl eher die Finger lassen werde.

Der Klappentext klang spannend, die Thematik hat mich interessiert. Die Presse überschlägt sich, das Buch wurde als bestes Thrillerdebüt für den Maruits Hansen Prisen nominiert.
So richtig nachvollziehen kann ich diesen Hype um "Der Hirte" nicht.

Samstag, 28. Oktober 2017

Die Frauen von Salem

Inhalt
Salem, Neuengland: drei tote Frauen, ein kleines Mädchen als Augenzeugin und eine bekannte Historikerin unter Mordverdacht – ein Fall, der nie ganz gelöst werden konnte. Auf den Tag genau fünfundzwanzig Jahre nach dieser unheilvollen Nacht, an Halloween 2014, wird wieder ein Mord verübt. Erneut wird Rose Whelan verdächtigt, der man damals jedoch nichts nachweisen konnte. John Rafferty, Polizeichef in Salem, untersucht den aktuellen Fall und rollt im Zuge der Ermittlungen auch diesen berühmtesten Cold Case der Stadt wieder auf. Callie Cahill, das Mädchen, das damals verschont wurde und später Salem verließ, erfährt aus dem Fernsehen von dem Mord – und kommt zurück in ihre Heimatstadt, denn sie muss beweisen, dass Rose nicht die Täterin sein kann. Rose, die Frau, bei der sie aufwuchs, die ihr einst so nahe stand. Sie kann es einfach nicht gewesen sein – weder damals noch heute. Oder etwa doch?

Rezension
Ich muss, ohne zu spoilern, vorwegnehmen, dass dieser Roman sich neben der Suche nach einem Mörder, hauptsächlich mit Hexerei und Magie befasst.  

Ich stehe also vor einer schwierigen Frage: Wo fange ich an? Vielleicht am besten, bei den verschiedenen Perspektiven. Diese machen die Geschichte äußerst dynamisch und auch sehr interessant, da jede Figur einen anderen Wissenstand hat und auch deren Emotionen eine Rolle spielen. Dynamisch vor allem in dem Sinne, dass die unterschiedlichen Perspektiven nicht an die Kapitel gebunden sind, sondern unabhängig davon wechseln und so die Geschichte vorantreiben.

Die Geschichte selbst beinhaltet jede Menge Spannung und unerwartete Wendungen, die das Lesen wirklich zu einem Vergnügen machen. Netterweise sind die Beschreibungen auch nicht zu blutig und überlassen genug der Phantasie des Lesers. Und wie es sich gehört, sieht man das Ende auch absolut nicht kommen, die Autorin einen geschickt auf eine oder sogar mehrere falsche Fährten schickt. So war ich mir etwa an einigen Stellen sicher, das Ende erraten zu können, aber lasst es mich so sagen: Boy, was I wrong!

Mir hat grundsätzlich der Kontrast zwischen Fantasie und Realität, zwischen Normal und Unnormal sehr gut gefallen. Einfach auch noch die Tatsache, dass die Menschen immer zuerst, die beschuldigen, die sie nicht verstehen, bzw. für verrückt halten. Das hat ein sehr vebreitetes Klischee dargestellt, was eigentlich auch wieder kein Klischee ist, sondern Tatsache. 

Verrat:Sieben Verbrechen an der Liebe

Inhalt
Jessica Schulte am Hülse beschreibt in sieben Erzählungen das große und das kleine Drama der Liebe. Gemein ist den Erzählungen ein Verrat, der die Liebe zwischen zwei Menschen oder das Verhältnis zwischen zwei Menschen beschädigt, belastet, zerstört. Am Ende jeder Geschichte stehen die Menschen traumatisiert oder auch befreit vor den Scherben dessen, was einmal Vertrauen, Geborgenheit, Freude und tiefe Liebe war. Mal kommt die Unwahrheit auf leisen Sohlen, mal brutal und unfair mit großen Schritten, mal finden die Verratenen einen Weg aus dem Drama, mal zerbrechen sie an der Heftigkeit des Erlebens und können sich nur durch radikale Schnitte aus dem Tumult und der Verstrickung befreien.

Verrat. Sieben Verbrechen an der Liebe - das sind sieben Geschichten, die uns teilhaben lassen an den Verletzungen, die sich Menschen willentlich oder unwillentlich antun im Namen der Liebe. Packend, traurig, bestürzend und von großer psychologischer Intensität.


Rezension
Schon nach dem Vorwort konnte mich dieser Roman in seinen Bann ziehen. 
Jede Geschichte war anders mit dieser Gemeinsamkeit. Und jede Geschichte hatte ihren eigenen Schreibstil. Auch wenn man durch die Kurzgeschichten die Personen nicht sehr gut kennen lernen kann, nehmen einen die Schicksale doch sehr mit.
Die Geschichten enden alle unterschiedlich, jedoch mit keinem Happy End.
Die Geschichten sind grausam, tragisch, und beruhen auf wahren Begebenheiten. Die Autorin hat Interviews mit den beteiligten Personen geführt und am Ende des Buches ihre eigene Geschichte erzählt.

Eine klare Empfehlung für alle, die sich mit den Menschen, der Liebe und den unendlichen Möglichkeiten des Miteinanders auseinandersetzen wollen. 

Donnerstag, 28. September 2017

Blutebbe

Inhalt
Auf einem Geisterschiff im Watt werden die Leichen zweier Frauen gefunden. Sie sind grausam zugerichtet, wie Fische aufgehängt und ausgenommen worden. Ihre Lungen fehlen, und der Mörder hat eine seltsame Rune hinterlassen. Ein Ritualmord? Die Ermittlungen führen Knut und Helen zu einem weiteren Todesfall, der bereits Jahrzehnte zurückliegt. Treibt ihr Täter seitdem unbemerkt an der Küste sein Unwesen? Bevor Knut und Helen die schaurige Wahrheit herausfinden können, werden sie selbst zu Gejagten ...

Rezension
Dies war mein erstes Buch von Derek Meister. Und leider habe ich erst während dem Lesen festgestellt das es der dritte Teil einer Reihe ist.
Das erklärte mir auch wieso mir vieles unklar war und alte Fälle angesprochen wurden auf die nicht mehr eingegangen wurde, was aber der Geschichte selbst nicht geschadet hat.

Derek Meister hat einen ganz tollen Schreibstil der einen fesselt. Man spürt die Detailliebe des Autors. Egal ob die Tatorte oder die Umgebung, man konnte sich alles bildlich vorstellen, was dem Buch nochmal einen kleinen Kick gab. 
Die Geschichte wurde mit einem stetigen Wechsel der Charaktere geschrieben, sodass man mal aus der Sicht von Knut Jansen, Helen Henning, Thor Jansen oder dem Täter Einsichten erhält.

Das Buch als hart zu umschreiben fand ich etwas überzogen, da ich definitiv schon schlimmere Taten gelesen hatte. Allerdings war der Fall an sich sehr spannend und der Grund der Taten gut durchdacht. Eigentlich kam es mir eher vor wie ein Kriminalroman, da wir ja Polizeibeamte erleben die einen Fall lösen.


Donnerstag, 21. September 2017

The Hate U Give

Inhalt
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Rezension
Ein Gesellschaftskritisches Buch welches mitten ins Herz trifft. Aber fangen wir von vorne an.

Angie Thomas spricht ein Thema an welches sie absolut brilliant umgesetzt hat. Es spricht die junge Generation an als auch die ältere. Man ist von Anfang an voll mit dabei und kann sich sofort in die Geschichte hinein finden. Die ganze Geschichte beginnt auf einer Party im "Ghetto" und man merkt sofort, dass Starr im Gegensatz zu vielen ihrer Bekannten in zwei Welten lebt. Durch diesen Start kommt die Story unheimlich schnell ins Rollen.
Khalil wird erschossen und man spürt die Angst von Starr, den Schock und Unverständnis. Es ist nachvollziehbar wieso Starr nicht weiß ob sie die Wahrheit erzählen soll was wirklich passiert ist. Doch ist schweigen wirklich eine gute Idee?

Der Schreibstil ist wirklich großartig. Die Seiten verschwinden nur so dahin und man möchte einfach wissen, wie es weitergeht. Wie Starr weiterleben kann und wie sie sich entscheidet.
Auch die anderen Protagonisten in der Geschichte, wie zum Beispiel die Familie von Starr oder Khalils Großmutter sind sehr authentisch und facettenreich dargestellt.


Die Geschichte entwickelt die Thematik der zwei unterschiedlichen Welten wirklich gut und Angie Thomas ist es gelungen, die Handlungen so darzustellen dass man sie beim Lesen wirklich vor Augen hat. Rassismus und Klassentrennung sind nicht Vergangenheit, sie sind immer noch Gegenwart. Genau das ist leider die traurige Wahrheit.

Wer eine realistische Geschichte ohne Verschönerungen oder unnötige Romantisierung lesen möchte, sollte es mit The Hate U Give versuchen.

Mittwoch, 13. September 2017

Die Verlassene

Inhalt

Sie hat ihn geliebt. Er hat sie verlassen. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

Er ist weg. Verschwunden. Hat sie verlassen. Ohne Nachricht, ohne etwas zu hinterlassen. Hannah ist verzweifelt. Ihr Freund Matt ist nicht mehr da, und es ist, als hätte es ihn nie gegeben. Denn nicht nur seine Sachen sind weg, auch seine Mails, seine Telefonnummer, jede Nachricht ist aus ihrem Handy gelöscht. Ist ihm etwas zugestoßen? Hat man ihm etwas angetan? Und plötzlich hat Hannah das Gefühl, beobachtet zu werden, glaubt, dass jemand in ihrer Wohnung war. Sie könnte ihr Schicksal stillschweigend ertragen und trauern. Aber sie findet keine Ruhe. Sie muss herausfinden, was passiert ist, egal wie … 

Rezension
Nachdem ich den Klappentext gelesen habe stand für mich fest dieses Buch musst du Lesen! Und mein Gefühl täuschte mich nicht. Es war spannend von der ersten bis zu letzten Seite! Ich kam schnell in einen Lesefluss und konnte mich zügig mit der Protagonistin, Hannah, anfreunden. Mir hat gefallen, dass die Kapitel kurz waren und der Schreibstil von Mary Torjussen hat es mir leicht gemacht, Kapitel für Kapitel zu verschlingen.
Beginnen tut alles damit das Matt verschwindet und wie sehr Hannah davon überrumpelt ist und im Liebeskummer versinkt. Es dreht sich alles nur noch darum warum Matt verschwunden ist, wieso alle seine Sachen weg sind und alles so aussieht als hätte es ihn nie gegeben.
Ihr Leben gerät mehr und mehr aus den Fugen, sodass sie letzten Endes sogar von der besten Mitarbeiterin nach ganz unten fällt und suspendiert wird.
Das ganze Buch über fragt man sich was nur geschehen ist mit Matt und was hinter seinem plötzlichem Verschwinden steckt.
Erst am Ende des Buches wird alles aufgelöst und mit diesem Ende hätte ich absolut nicht gerechnet! 
Mary Torjussen hat ein super Ende der Geschichte hingelegt. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, da es ein super Gleichgewicht ist zwischen Beziehungsdrama und Psychothriller.



Montag, 28. August 2017

Du stirbst nicht allein

Inhalt
Vor vier Jahren erschütterte der Mord an der siebenjährigen Megan Purvis ganz London. Die Leiche des Mädchens wurde in einem abgelegenen Waldstück gefunden, auf ihrem nackten Schenkel stand das Wort »Sorry«. Zwei Jahre später verschwand Tilly Reid, auch ihre Leiche wurde gezeichnet und im Wald gefunden. Vierzehn Monate danach fand man erneut eine Mädchenleiche. Der Mörder der drei wurde nie gefasst. Und nun ist die kleine Poppy Glover verschwunden ...

Rezension
Nachdem ich "Während du stirbst" beendet hatte, war mir sofort klar sobald es ein neues Buch von Tammy Cohen geben wird werde ich es lesen. Tja, leider wurde ich extrem enttäuscht von "Du stirbst nicht allein".
Für mich wirkte in diesem Buch alles durcheinander, viel zu viele Nebeninformationen die nicht hätten sein müssen. Es gab immer wieder Momente in denen ich dachte "Jetzt gehts los" doch so schnell wie das Gefühl aufkam verschwand es auch wieder.
Ich habe mich wirklich durch das Buch durchquälen müssen, weil es mich null gepackt hat. 
Es fehlte einfach das Herzblut und hatte keine Ecken, Kanten - es fehlte Spannung.
Sehr schade.